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Juniorentraining im Ultimate Frisbee
Auf dem Fussballfeld mit der Scheibe

Im Ultimate Frisbee regeln die Teams Punktentscheidungen und Fouls ohne Schiedsrichter. Als Coach der Junior:innen bei Solebang vermittelt Andrin Hauser diese besondere Spielkultur an den Nachwuchs.


Auf dem Fussballfeld mit der Scheibe
Ultimate Frisbee wird ohne Schiedsrichter:innen gespielt. Die Mannschaften regeln Punktentscheidungen und Fouls selbst. Im Zentrum steht die Leidenschaft für den Sport.

Andrin, was passiert am Dienstagabend auf dem Fussballfeld beim Röhrliberg, wenn das Juniorentraining von Solebang beginnt?

Andrin  Dann wird Ultimate Frisbee gespielt. Zuerst treffen sich die Junior:innen und später die Erwachsenen. Bei den Junior:innen, auch Rookies genannt, bin ich als Trainer dabei, bei den Erwachsenen als Athlet.

Was muss man sich bei Ultimate Frisbee eigentlich vorstellen?

Andrin  Ultimate Frisbee ist ein schneller Teamsport mit einem Frisbee statt einem Ball. Man bringt den Frisbee durch Passen nach vorn, darf aber nicht damit laufen. Ziel ist es, ihn in der Endzone zu fangen. Die Teams bestehen bei den Junior*innen aus fünf, bei den Erwachsenen aus sieben Spielern. Gespielt wird ohne Schiedsrichter und ohne Körperkontakt, das ist der Kern des Spiels. Bei den Erwachsenen gibt es die Kategorien Women, Mixed und Open. In allen drei Divisionen wird bis aufs höchste Niveau gespielt, auch an Weltmeisterschaften.

Wie bist du bei Solebang vom Spieler zum Coach geworden?

Andrin   Ich bin eigentlich schrittweise in die Rolle hineingewachsen. Ich spiele selbst seit 11 Jahren Frisbee und habe auch immer im Verein mitgeholfen. Irgendwann merkte ich, dass es mir richtig Spass macht, mit dem Nachwuchs auf dem Feld zu stehen und ihn zu begleiten. Als dann vor zwei Jahren Unterstützung gebraucht wurde, hat sich das einfach ergeben.

Du bist in Cham aufgewachsen, hast in Bern und Zürich studiert und arbeitest heute in Zürich. Wie passt dein Alltag mit deinem Engagement bei Solebang zusammen?

Andrin  Das geht ganz locker von der Hand. Klar, ist es ein Hin und Her, aber das nehme ich gern auf mich. Mir liegt der Sport am Herzen, und ich finde es schön, etwas zurückzugeben. Die Arbeit mit den Rookies, der Zusammenhalt im Verein, die gesamte Ultimate-Community sind ein fester Teil meines Alltags. Und es macht einfach Spass, so kostet mich der Aufwand keine Überwindung. 

Andrin Hauser ist seit zwei Jahren Coach bei den Junior:innen vom Solebang Ultimate Club Cham.
Andrin Hauser ist seit zwei Jahren Coach bei den Junior:innen vom Solebang Ultimate Club Cham.

Was macht die Frisbee-Community in der Schweiz für dich so besonders, und wie würdest du den Zusammenhalt beschreiben?

Andrin  Die Community ist eher klein, deshalb trifft man immer wieder dieselben Leute, auch international. Das schafft einen engen Zusammenhalt. Was ich auch schön finde: Für viele Turniere kann man häufig auch als Einzelperson ein Team finden, bei welchem man als «Pick-up-Spieler:in» mitspielen kann. Es ist auch normal, dass erfahrene Spieler:innen mit Einsteigenden zusammenspielen. Das passt gut zu einem Sport, in dem Fairness, Respekt und der «Spirit of the Game» so wichtig sind.

Was macht den «Spirit of the Game» auf dem Feld aus?

Andrin  Man kann zwar hart spielen, darf jedoch nie den Respekt füreinander und die Freude am Sport verlieren. Man will das Spiel gewinnen, aber eben auf eine Art, die für beide Seiten stimmt. Die Mannschaften geben sich auch aktiv Rückmeldungen auf das Spielgeschehen oder besprechen spezifische Situationen, was geht und was nicht. Genau das macht Ultimate für mich besonders.

«Die Arbeit mit den Junior:innen, der Zusammenhalt im Verein, die gesamte Ultimate-Community sind ein fester Teil in meinem Alltag.» Andrin Hauser

Und wie zeigt er sich bei euch im Training und im Verein?

Andrin  Im Training und im Verein merkt man schnell, dass dieser Gedanke wirklich gelebt wird. Wir schauen aufeinander und sprechen viel miteinander. Die Jüngeren und Neueren nehmen wir so mit, dass sie den Sport nicht nur spielen, sondern auch verstehen lernen.

Was macht Solebang für dich als Verein aus?

Andrin  Wir sind ein sehr offener Verein, in den man schnell reinkommt. Es geht nicht nur um Training und Spiele, sondern auch darum, dass man zusammen anpackt und den Verein mitträgt. Für mich ist der Verein auch wie eine Familie, viele der langjährigen Mitglieder gehören zu meinem engen persönlichen Umfeld. Genau das macht den Verein für mich so besonders. Er ist eine Herzensangelegenheit.

Wie sind die Junioren bei euch organisiert, und wie viele sind es momentan ungefähr?

Andrin  Bei den Rookies gibt es drei Kategorien: U14, U17 und U20. Insgesamt sind es etwa zwanzig 
Junior:innen, wobei natürlich nie alle gleichzeitig im Training sind. Wir haben nicht in allen Kategorien genug Athlet:innen für ein eigenes Team, deshalb mischen wir die Altersgruppen im Training oft bewusst durch. Das funktioniert gut, weil sowohl die jüngeren als auch die älteren Spieler:innen voneinander profitieren können, wenn alle gemeinsam auf dem Feld stehen.

Was gehört neben dem Training sonst noch zu deinem Engagement im Verein?

Andrin  Neben den Trainings helfe ich auch an Wettkämpfen mit. Im Mai hat Solebang die Runde 1 der Herren-Schweizer-Meisterschaften durchgeführt. Da half ich zum Beispiel beim Aufstellen, an der Kasse oder beim Abräumen. Das gehört für mich einfach dazu. Wenn man in einem Verein ist, packt man eben dort an, wo es gerade gebraucht wird.

Was nimmst du persönlich aus deinem Engagement bei Solebang mit?

Andrin  Ich schätze die Community sehr. Es ist schön, zu sehen, wie sich der Sport entwickelt, und ich finde es motivierend, ein Teil davon zu sein. Am Ende geht es für mich genau darum: gemeinsam etwas aufzubauen, zu leben und weiterzutragen.

Was gehört zu einem Training im Ultimate Frisbee? 

Thema wählen, Ideen sammeln
Andrin überlegt sich vor dem Training, welches Thema im Zentrum stehen soll. Meist geht es um etwas Konkretes wie Wurf, Technik oder Timing. Dazu legt er sich grob einen Ablauf zurecht und sucht bei Bedarf auch noch nach Ideen oder Übungsformen.

Die Scheibe fliegen lassen
Am Anfang des Trainings gibt es fast immer eine Wurfsession. Die Spieler:innen sollen möglichst viele Kontakte mit dem Frisbee haben, damit sie warm werden und ein Gefühl für den Wurf bekommen. 
Bei den Junior:innen stehen dabei die wichtigsten Würfe im Fokus: Backhand und Sidearm.

Jetzt geht es in die Tiefe
Nach dem Einwerfen folgen Übungen zum Haupt­thema des Abends. Das kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem, woran gerade gearbeitet wird. Bei den jüngeren Spieler:innen wird bewusst an 
den Basics gearbeitet, um eine gute Grundlage für tieferreichende taktische Inputs zu schaffen. 

Altersgerecht durchmischt 
Die Altersspanne der Junior:innen reicht von 7 bis 20 Jahren. Deshalb muss Andrin genau schauen, wie er die Übungen aufbaut und wie viel er den Kindern und Jugendlichen schon zutrauen kann. Gerade die Mischung aus kleineren und älteren Junior:innen macht es spannend, aber auch anspruchsvoll.

Der Kern des Trainings: das Spiel
Am Schluss wird meistens gespielt. Das ist für viele der Teil, der am meisten Spass macht, weil dann alles zusammenkommt: Werfen, Freilaufen, Spielüber­sicht und Zusammenspiel. Auch hier werden die Alters­klassen oft bewusst durchgemischt. So können die Junior:innen das Geübte direkt anwenden und ihr Spiel den Mitspielenden anpassen.

Der gemeinsame Abschluss
Zum Sport gehört auch der «Spirit of the Game». Wenn etwas strittig ist, wird es nicht einfach über­gangen, sondern fair zusammen besprochen. Nach dem Training oder Spiel geht es darum, miteinander im guten Ton umzugehen und sich auch mal zu bedanken oder zu entschuldigen.

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