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Verkehrsinstruktion bei der Zuger Polizei
Zebrastreifen, ­Veloprüfungen und Klassenchats

David Bischof besucht die Schüler:innen in den Chamer Klassen. Er zeigt ihnen, wie sie Situationen im Verkehr richtig einordnen und sich im Internet sicher bewegen können.


Zebrastreifen, ­Veloprüfungen und Klassenchats

Du bist seit Anfang Jahr Verkehrsinstruktor bei der Zuger Polizei. Was bedeutet das? 

David Bischof Ich begleite Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zur Oberstufe und vermittle ihnen, wie sie sich sicher im Verkehr bewegen. In der vierten Klasse und in der Oberstufe kommt das Thema Cybersicherheit dazu. Ich decke natürlich das Strafrechtliche ab. Mir ist aber wichtig, dass die Jugendlichen lernen, selbstständig zu handeln und Situationen richtig einzuschätzen.

Was hast du zuvor gemacht? 

David Bischof  Ich war bei der Kriminalpolizei und habe als ­Cyberermittler gearbeitet. Die Arbeit war spannend und technisch anspruchsvoll, fand aber vor allem im Büro statt. Das war schön für das Familienleben. Ich merkte aber, was für mich die Polizeiarbeit ausmacht: der direkte Kontakt mit den Menschen. Als die Stelle ausgeschrieben war, passte alles zusammen. 

Was ist dir im Unterricht wichtig? 

David Bischof  Die Kinder sollen sich ernst genommen fühlen. Wenn ein Kind eine Situation versteht, kann es sie einordnen und selbst entscheiden. Es gibt noch einen anderen wichtigen Aspekt. Für viele ist es der erste Kontakt mit der Polizei, andere kennen uns nur aus schwierigen Momenten. Ich möchte ihnen zeigen, dass wir da sind, um zu helfen.

Wo sind heute die grössten Heraus­forderungen für die Schüler:innen im Verkehr? 

David Bischof  Mit den Kleinen sind wir zu Fuss unterwegs. Da geht es vor allem darum, dass sie Situationen noch nicht gut einschätzen können. Sie brauchen Sicherheit und klare Abläufe. Später geht es aufs Velo. In der Primarschule sieht man, wie unterschiedlich die Kinder unterwegs sind. Einige fahren sehr gut Velo, andere haben Mühe, weil ihnen die Routine fehlt. Für sie ist es anspruchsvoll, gleichzeitig das Velofahren zu üben und die Manöver zu lernen.

Der zweifache Familienvater startet den Tag früh. Am Abend vorher prüft er nochmals alles Material für die nächsten Lektionen. Am Morgen folgt nur noch eine letzte Kontrolle.
Der zweifache Familienvater startet den Tag früh. Am Abend vorher prüft er nochmals alles Material für die nächsten Lektionen. Am Morgen folgt nur noch eine letzte Kontrolle.
Das Maskottchen ist auch dabei und begleitet die Schüler:innen im Verkehrsunterricht.
Das Maskottchen ist auch dabei und begleitet die Schüler:innen im Verkehrsunterricht.

Wie sprichst du mit den Kindern über ­Cybersicherheit und Cybermobbing?

David Bischof  Das Thema kommt ab der vierten Klasse dazu. Wir sprechen darüber, was Cybermobbing ist und wie schnell es passieren kann. Und es kann jede und jeden treffen. Mir ist wichtig, dass wir offen darüber reden, ohne Tabus oder Scham. Die Kinder sollen verstehen, was eine Nachricht auslösen kann und wie sie reagieren können. In der Oberstufe geht es dann auch um rechtliche Folgen und darum, digitale Situationen richtig einzuordnen.

Was machst du, wenn die Schüler:innen nicht zuhören? 

David Bischof  Ich hatte bis jetzt vor allem mit den jüngeren Kindern Kontakt. Sie sind sehr interessiert, werden aber auch schnell müde. Dann versuche ich, sie aktiv in den Unterricht einzubinden. Sie dürfen zum Beispiel beim Vorbereiten des Materials helfen. Und wir bewegen uns viel im Unterricht. Das hält die Aufmerksamkeit hoch und macht es für alle leichter.

«Mir ist wichtig, dass wir offen darüber reden, ohne Tabus oder Scham.»
David Bischof

Was wünschst du dir von den Eltern? 

David Bischof Vor allem die Vorbildfunktion. Kinder übernehmen, was sie zu Hause sehen. Wenn Eltern mit Licht fahren, den Helm tragen oder beim Fussgängerstreifen halten, machen die Kinder das auch.
Und bei den digitalen Geräten ist es ähnlich. Viele Kinder sind in Klassenchats ständig erreichbar. Darum ist es wichtig, dass Eltern einen gesunden Umgang vorleben: klare Zeiten, klare Regeln, und dass sie sich selbst daran halten. Das hilft den Kindern am meisten.

Du bist für die Schulen in Cham, Walchwil und Oberägeri zuständig. Wie organisierst du das alles?

David Bischof  Die Planung läuft vorwiegend über die Schulsekretariate. Sie koordinieren die Termine mit den Klassenlehrpersonen. Ich konnte viel Vorarbeit übernehmen, die meine Vorgänger bereits geleistet hatten. Das hat den Einstieg erleichtert.

Und wer bestimmt den Inhalt der Lektionen? 

David Bischof  Den Unterricht organisiere ich im Grundsatz eigenständig. Die Lektionen bereiten wir zusammen im Team vor und anschliessend machen alle die Feinjustierung selbst. Der Inhalt wird für die jeweilige Stufe angepasst und ich schaue, was die Klassen brauchen. Es soll authentisch sein. Auch hier kann ich zum Teil auf die Vorarbeit meiner Vorgänger zurückgreifen. Die Grundlagen stehen und ich passe sie den Klassen und den Umständen an. Jedes Kind hat ein Anrecht auf eine gute Instruktion. Mit einer klaren Struktur funktioniert das zuverlässig, auch bei vielen Terminen.

Was gefällt dir an dieser Aufgabe besonders?

David Bischof Der direkte Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen. Sie reagieren ehrlich und unmittelbar. Wenn sie etwas verstehen und anwenden können, sieht man das sofort. Diese Momente machen die Arbeit sehr abwechslungsreich und zeigen, warum sie wichtig ist.

Wie sieht eine typische Woche in der ­Verkehrsinstruktion aus?

Freitagnachmittag
David schaut den Wochenplan für die kommende Woche durch. Er prüft, welche Klassen er besuchen wird und welches Material er benötigt. Auch das Dienstfahrzeug nimmt er kurz unter die Lupe. So weiss er, womit er am Montag starten wird.

Wochenstart
Der Tag beginnt früh. Bevor er zu den Klassen fährt, erledigt er kurze Abklärungen und administrative Aufgaben. E-Mails, die noch offen sind, hat er meist am Vorabend markiert. Dank diesem ruhigen Einstieg geht er fokussiert in den Unterricht.

Unterwegs in den ­Schulhäusern
In der Regel fährt David zwischen 7.15 und 8.00 Uhr los. Der Unterricht in den Klassen ist der Kern seiner Arbeit. Er besucht Kindergärten, Primarschulklassen und die Oberstufe. Jede Stufe hat andere Bedürfnisse und einen eigenen Fokus. Manche Kinder üben das sichere Verhalten zu Fuss, andere fahren Velo, wieder andere sprechen über digitale Risiken.

Vor Ort ankommen
Bevor die Lektion beginnt, verschafft sich David einen kurzen Überblick. Er schaut sich den Pausenplatz oder die Umgebung an, prüft die Route für die Kindergartenkinder oder den Parcours für die Veloklasse. So weiss er, welche Stellen sicher sind und wo er besonders aufmerksam sein muss. Dieser Moment hilft ihm, ruhig und konzentriert in die Lektion zu starten.

Mittwochnachmittag
Am Mittwochnachmittag haben die Schüler:innen frei. Diese Zeit nutzt David für Planung und Koordination. Er klärt offene Termine, beantwortet neue E-Mails und bereitet kommende Lektionen vor. Rückmeldungen von Lehrpersonen oder Sekretariaten fliessen hier ein.

Tagesabschluss
Nach dem Unterricht fährt David zurück zur Dienststelle. Dort erledigt er die letzten administrativen Punkte, beantwortet Nachrichten und bereitet wieder das Material für den nächsten Tag vor. Wenn er Feierabend macht, ist alles für die nächste Lektion vorbereitet.

David Bischof zeigt den Schüler:innen von Cham sicheres Verhalten im Verkehr und im Internet.
David Bischof zeigt den Schüler:innen von Cham sicheres Verhalten im Verkehr und im Internet.
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